Erster Eindruck

Veröffentlicht am 20. Oktober 2022 um 16:29

Als erstes fällt einem die veraltete, gehobene Sprache auf. Es gibt viele Wörter und Aussagen, die am Rand erklärt werden müssen. Der Aufbau des Stücks scheint einem gewöhnlichen Theater zu entsprechen, ich muss gerade an «Nathan der Weise» denken. Im ersten Schritt wird der Ort der Szene situiert, dann werden die beteiligten Personen eingeführt und schliesslich folgt der Dialog. Ein wenig gestört hat mich aber, wie Miller mit seiner Frau umgeht. Auf den Seiten 15 – 16 hat er ihr immer wieder gesagt, sie solle ihre Klappe halten. Auch die Bezeichnung «Weib» empfinde ich als unangenehm. Früher war diese abschätzende Behandlung gängig, heute würde diese in Deutschland, wo sich das Stück abspielt, nicht mehr toleriert werden. Die Handlung scheint mir recht überspitzt, die Figuren leicht hysterisch, insgesamt scheint das Buch aber unterhaltsam zu sein. Die Gefühlsebene ist nicht inszeniert, sondern authentisch geschildert.

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