Sprachlich

Veröffentlicht am 12. November 2022 um 14:59

Da das Stück im 18. Jahrhundert geschrieben wurde, ist die Sprache nicht mehr zeitgemäss. Bei «Kabale und Liebe» handelt es sich nicht um eine Lektüre, die schnell überflogen werden kann. Man muss sich beim Lesen wirklich konzentrieren und sich Zeit nehmen, um die einzelnen Passagen richtig zu deuten. Oftmals sind das Gesprochene und die Handlung auf den ersten Blick nicht klar ersichtlich. Es muss zwischen den Zeilen gelesen werden und die verschiedenen Bedeutungen müssen vielseitig interpretiert werden. Die Erklärungen am Seitenrand sind für das Verständnis auf jeden Fall nützlich. Aus heutiger Sicht handelt es sich um eine etwas hochgestochene und dramatische Sprache. Einige Wörter sind gut abzuleiten, da sie einen ähnlichen Wortstamm wie ihre Nachfahren besitzen und andere sind nur schwer zu verstehen. Trotz allen sprachlichen Schwierigkeiten lässt sich das Buch gut lesen und der Inhalt ist verständlich und nachvollziehbar. Auch die Vielzahl an sprachlichen Mittel wie z.B. Hyperbeln = Übertreibung (Ferdinand: «Ein Lächeln meiner Luise ist Stoff für Jahrhunderte» (3.Akt, 4.Szene) und Metaphern («Du hast den Feuerbrand in mein junges friedsames Herz geworfen» (1. Akt, 4. Szene) sind signifikant für das Stück und verleihen der Sprache noch mehr Dramatik. Die Sprache gehört halt auch einfach zum zeithistorischen Kontext, das Stück hätte sonst nicht die gleiche Wirkung.